Vorgestern konnte ich ein für mich persönlich “historisches” Ereignis verzeichnen. Ich habe meine letzte Tageszeitung erhalten. Das wird das St. Galler Tagblatt überhaupt nicht freuen, aber es ist nun mal so. Der Nutzen einer täglichen Zeitung ist für mich schon lange nicht mehr gegeben und so war das ein logischer Schritt.

Viele werden sich nun fragen, wie ich dieses “Informationsdefizit” wohl decken werde. Hier sind meine Infoquellen aufgeführt (in der Reihenfolge des Konsums im Verlaufe des Tages, nicht aber nach der Priorität oder Dauer):
- TV am Morgen: SF Info und ARD-Frühstücksfernsehen (15 Min.)
- Internet: V.a. Newsletters und ab und zu News-Sites
- Ab und zu Gratiszeitungen (wenn ich im Ausgabebereich bin und noch eine erwische)
- Blogs über RSS-Feeds (hin und wieder, nicht täglich)
- Podcasts v.a. während meiner Autofahrten (iPod und Memorystick im Autoradio)
- TV: 10 vor 10 abends oder über SF Info morgens
Ich glaube, dass die bezahlten Tageszeitungen ein Auslaufmodell sind. Den elektronischen Medien gehört die Gegenwart, den Möglichkeiten im Internet wie Blog, Podcast und Vlog (Video-Podcast) ganz eindeutig die Zukunft. Der Presse räume ich auch einen gewissen Platz ein. V.a. die Fachpresse wird ihren Platz behaupten können, aber die Tagespresse, v.a. die bezahlte wird unter Druck geraten; davon ausgenommen dürften die Pendlerzeitungen sein.
10. October 2007 um 20:17
Wenn Du Dich da mal nur nicht täuschst.Die Quellen die Du angibst haben selbst nach der Web 2.0-Revolution noch ettliche Schwachstellen:
(In der von Dir angegebenen Reihenfolge)
TV am Morgen:Örtlich gebunden, kein Tiefgang.Das Herunterladen, beispielsweise der 100-Sekunden-Tagesschau aufs Handy kostet zuiel.
Internet. Die tauglichen Meldungen bekommt man nur via… genau! Onlineausgaben der Printzeitungen. Auch hier fehlt der Tiefgang. Alternative: Goggiblog.
Gratiszeitungen: Wenig Meldungen, katastrophale Orthografie, kaum Regionale Meldungen (gilt auch für die vorangegangenen Medien)
RSS-Feeds: Selektive Meldungen, Mainstream. Selten Qualität. Schlimm finde ich Einträge wie: “Ist Ihnen Langweilig? Suchen Sie in meinem Blog nach (was auch immer). Resultat: 2-Zeiler, hauptsache geblogt.
Pod im Auto: Viel zu Aufwendig, passives Hören, wiederum wenig Tiefgang
10vor10: Gute Übersicht, was am Tag so lief
Und das Wichtigste: Wo bleibt die Lebensqualität? Das Draussen-Gemütlich-An-Der-Sonne sitzen? Unverzichtbar, nach wie vor.
Grüsse
10. October 2007 um 20:20
Jörg – diesen Schritt habe ich vor Jahren gemacht. Wieso? Ganz einfach weil mit das Durchblättern des Tagis 30 Minuten gekostet hat. Gelesen habe ich dann nicht mehr als 2 Artikel. Informiert war ich durch das Schlagzeilenlesen auch nicht wirklich – also eher weniger als wenn ich 20 Minuten gelesen hätte. Huch und dieser Zeitverlust jeden Tag!
Ich habe Wochenzeitungen abonniert (Hebdo, Weltwoche, dann Facts), ein Wirtschaftsmagazin (Bilanz) und dann all die Fachmagazine wie Persönlich, M+K, Netzwoche und dann jeden Sontag noch die Sonntagszeitung (die ist aber vor einem Jahr auch weggefallen).
Ich kann die NZZ nicht ausstehen, lese aber jetzt stündlich deren RSS-Feed und bin so besser und schneller informiert als früher mit dem Tagi den ich ja nicht gelesen habe. Dazu kommen noch alle fachlichen und börslichen RSS Feeds und das was mir Google Finance und Yahoo Finance zu meinem Depot und den verfolgten Aktien zu berichten weiss. Dann lese ich noch die Newsletter kleinreport, inside-it und cash.
Fernsehen – nö, das habe ich nicht. Wenn SF DRS mehr Interessantes per Podcast herunterladen liesse, würd ich so mehr reinziehen. Start-up habe ich so verfolgt.
Goggi – ich bin heute gratis besser informiert als vorher.
17. October 2009 um 13:05
[...] the way: Ich habe seit dem 19.7.2007 keine Tageszeitung mehr und lebe sehr gut damit. Meine News hole ich übers Handy, das Web, Gratiszeitungen und in Radio [...]