Digitalgeschäft von Hubert Burda Media legt um mehr als 32 Prozent zu
Verleger Burda: Setzt aufs Internet
Das Internet ist nicht nur das Lieblingsthema von Hubert Burda, es rettete dem Verleger 2006 auch die Bilanz: Während das Kerngeschäft Zeitschriften, Druckereien und Verlage stagniert oder schrumpft, wuchsen die Erlöse im Netz um 32,4 Prozent auf knapp 231 Millionen Euro. “In der Medienbranche gab es gewaltige und nachhaltige Veränderungen”, meint Burda und plant: “Wir entwickeln unsere Marken zu Media Communitys und bilden so Schnittstellen zwischen Print und Online.”


Insgesamt konnte die Mediengruppe aus Offenburg und München den Umsatz um mehr als fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn sei stabil geblieben, genaue Zahlen gibt Burda nicht bekannt. Während die Druckereien ein Minus von rund vier Prozent einfuhren und der Umsatz mit den rund 70 Magazinen, darunter Titel wie “Focus”, “Bunte”, “Freundin”, “Freizeit Revue” oder “Lisa”, nur um 0,4 Prozent wuchs, legt der Konzern im Ausland – um knapp 13 Prozent – und vor allem im Internet zu. Dort wird etwa jeder siebte Euro oder knapp 15 Prozent des Umsatzes erzielt. Bis 2012 soll dieser Anteil auf 50 Prozent wachsen. “Die Digitalisierung der Medien beschleunigt sich”, so Burda. “Medien und Marken entwickeln sich mehr in Monaten denn in Jahren.”
Für Werbung gewännen E-Commerce, Suchmaschinen und Communitys an Bedeutung, so der Verleger. Daher setzt Burda nicht mehr nur auf den Transfer von Titeln ins Netz und auch nicht mehr nur auf Wachstum aus eigener Kraft. Seit Längerem kauft und investiert die Konzerntochter Burda Digital in Webunternehmen, zuletzt in den Geschenkedienst Edelight und die Videoplattform Sevenload. Waren anfangs noch Onlineshops wie Valentins (Blumen), Cyberport (Elektronik) oder Zooplus (Tierbedarf) gesucht, beteiligt sich Burda nun verstärkt an Communitys und Web-2.0-Angeboten wie Holidaycheck, Nachtagenten oder Suite101. Und schon werden aus Beteiligungen auch eigene Medienangebote. Gerade entsteht Hallohund.de für Tierfreunde und im August startet die Spieleplattform Alaplaya.
Quelle: www.internetworld.de
Ein sehr interessanter Artikel. V.a. das es doch Medienverlage gibt, welche die Zeichen der Zeit erkannt haben und dem Internet die Bedeutung einräumen, welche es heute schon hat. Internet hat bei der Mediennutzungsdauer europaweit Print (Tageszeitungen und Fachpresse) schon lange hinter sich gelassen. In Frankreich ist es gerade dabei, die Nr. 2, das Radio, den Platz streitig zu machen.
Auch hierzulande gibt es gute Beispiele (Cash daily), wo die Verlage begriffen haben, wie spät es ist. Aber die Zahl der Verlage, welche das noch nicht gemerkt haben, und meinen, man könne aus dem Printmedium als Abfallprodukt eine schlecht gestaltete und somit schlecht besuchte Website generieren, sind noch in der Mehrzahl, so u.a. auch meine bisherige Tageszeitung, das St. Galler Tagblatt als Beispiel.
1. July 2009 um 19:14
[...] noch eine Bemerkung zu Herrn Burda: Er jammert auf sehr hohem Niveau. Sein Verlag konnte 2006 laut Online Marketing Report die Erlöse um insgesamt 5% und im Online-Geschäft gar um über 32% steigern. Und auch 2008 ging [...]