Torsten Schwarz hat bereits wieder ein neues Buch lanciert. Wie immer sehr medienwirksam, unter anderem mit folgendem Pressetext (Auszug):
nächste Woche erscheint erstmalig ein Buch, welches das aktuelle Wissen rund um Online-Marketing kompakt zusammenfasst. Die hundert wichtigsten Online-Marketing-Experten haben dazu beigetragen. Ich lade Sie ein, diese Experten persönlich kennenzulernen: http://www.absolit.de/PDF/Top-100-Experten_Online-Marketing_mit_Foto.pdf
Wir gratulieren Lukas Stuber, Rafael Azzati und den restlichen Schweizern zum Einzug unter die hundert wichtigsten Online-Marketing-Experten. Uns bleibt nur übrig, etwas neidisch zu gratulieren oder die Quelle “als eher tendenziös “zu klassifizieren. Als PR-Gag taugt’s allemal.
Die SVP versteht es vorzüglich, so weiss der interessierte Leser, die Presse für die eigenen Zwecke einzuspannen. Die aktuelle Debatte über den angeblichen Geheimplan “Absetzung Bundesrat Blocher” zeigt wieder einmal exemplarisch auf, wie man kostenlos die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann.
Im untenstehenden Beispiel wird nun ebenso exemplarisch demonstriert, wie im Internet die Botschaften umgekehrt werden und wie “usergenerated content” die Wahrnehmung verändern kann.
Zugegeben, das untenstehende Beispiel ist ganz dem Hip-Hop Jargon entsprechend “voll krass” – nicht zuletzt deshalb funktioniert es. Dennoch: das gleiche Ziel hätte man wohl auch mit etwas weniger geschmacklosen Aussagen erreichen können, doch die SVP glänzt bekanntlich auch nicht gerade in Stil-Fragen. An dieser Stelle könnte man natürlich auch noch über die Persönlichkeitsrechte der “Schauspieler” diskutieren, doch wie habe ich vor kurzem in einem uns gegenüber kritisch geschriebenen Blogbeitrag lesen müssen: “Wer mit Hunden schläft, steht mit Flöhen auf” (Quelle: http://matthias.leisi.net/)
Wenn der Film etwas intelligenter (massentauglicher) gemacht wäre, hätte es das Potential, kostenlos mehr Aufmerksamkeit zu erlangen wie das Original. Das wäre dann nicht nach dem Willen, jedoch ganz nach dem Rezept der SVP realisiert.
“Sex sells” – der Beweis wurde diesmal von www.wet-tshirt-worldcup.com geliefert: innert Wochen haben rund 150’000 Leute ihre Stimme einer Auswahl Damen mit nassem Oberteil abgegeben.. Die Aktion wurde von einem Internet-Sport-Wetten-Unternehmen lanciert und die schwimmen bekanntlich im Geld. Schlüpfriges Thema aber dennoch: gut umgesetzt.
Im Anschluss an die Aktion allerdings haben alle Teilnehmer ein Marketing-E-Mail von team@wet-tshirt-worldcup.com (im Spamordner) erhalten – in dem der Link ein “Exe-File” aufruft. Ganz nach dem Motto: knapp daneben ist auch vorbei.
Die gesamte Aktion war sicher nicht günstig und da würde man sich wünschen, dass das Direct-E-Mail tatsächlich neue Kunden generiert. Demnach ein Fehler mit Konsequenzen.
Das Medienunternehmen Tamedia baut seine Online-Aktivitäten weiter aus und beteiligt sich an der Schweizer Nightlife-Plattform tilllate.com. In einem ersten Schritt übernimmt Tamedia rückwirkend per 1. Juli des laufenden Jahres 20 Prozent des Aktienkapitals der tilllate Schweiz AG. Anfang 2010 ist eine Aufstockung der Beteiligung auf 49 Prozent geplant.
Diese Beteiligung macht m.E. sehr viel Sinn. Weil man selber bei Tamedia eine solche Community nie selber hätte aufbauen können, kauft man sich eben ein. Nicht dass Tamedia die Power dazu nicht hätte, aber eine Community lässt sich nicht kaufen, ausser sie besteht bereits. Die schrittweise Beteiligung ist eine normale Angelegenheit. 2010 möchte man die Beiteiligung auf 49 Prozent aufstocken. Bestimmt besteht auch eine Option für später, tilllate ganz übernehmen zu können, wie das bei solchen Deals häufig üblich ist.
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