Google blendet bekanntlich die AdWords bei sehr viel mehr Begriffen ein als der Werbekunde erstens gebucht hat und zweitens überhaupt mitkriegt. Verantwortlich dafür ist das Prinzip der “verwandten Begriffe“. Auch wenn dieses Prinzip etliche Mängel aufweist, so ist es doch in der Regel recht hilfreich, und die Irrläufer, die daraus resultieren, lassen sich zumeist immerhin nachvollziehen und anschliessend mit geeigneten Zusatzmassnahmen vermeiden.
Inzwischen aber geht Google einen entscheidenden Schritt weiter, der das Ausschliessen von Irrläufern massiv erschwert: AdWords werden fallweise den vorhergegangenen Suchabfragen des Nutzers angepasst. Das hat in der Praxis zur Folge, dass wer erst nach “versicherungen” und anschliessend nach “ferien” sucht, im zweiten Fall Werbung für Ferienversicherungen sieht.
Das war jetzt ein möglicherweise positives Beispiel. Für das jetzt folgende, eindeutig negative Beispiel bitte ich um Entschuldigung, ich kann nichts dafür: Ein unschuldiger Geschenk-Shop handelte sich kürzlich einen Klick für den nicht so relevanten Begriff “frau zum ficken” ein. Bei der entsprechenden Kontrollsuche blieb das AdWord unauffindbar, erst die unmittelbar nacheinander durchgeführten Suchen nach “geschenk” und “frau zum ficken” lösten das Rätsel.
Das ist einigermassen unerfreulich, Google hat da noch ein bisschen Arbeit vor sich. Denn ein so kruder Mechanismus senkt so ziemlich alles aufs Mal: Relevanz der Anzeigen, User-Zufriedenheit, Klickraten und damit letztlich auch Googles Umsatz.
(Die Suchabfragen habe ich unverlinkt gelassen, da sich dabei der Effekt nicht einstellt. Erst die Handarbeit bringt die Sache an den Tag. Hier immerhin noch ein Screenshot mit Helikopterflügen, bezaubernden Deko-Artikeln und Himmelslaternen:)
29. November 2007 um 16:47
Erstaunt bin ich, dass Google auch hier im Blog zu obigem Artikel keine kontextbezogenen Adwords zustande bringt. Immerhin bleibt der Blog so jugendfrei.
2. December 2007 um 01:42
Lukas, sehr interessant. Einmal wollte ein Geschäftspartner nicht mit uns zusammenarbeiten, weil bei uns ähnliche Textanzeigen eingeblendet wurden.
27. February 2008 um 11:16
[...] ohne dass der Werbekunde darüber hinreichend informiert wird (eher peinliche Beispiele hier und hier) und nur dank proprietären Tools oder umständlichen Hacks von Google Analytics [...]
22. September 2008 um 08:01
[...] Die Sache ist zwangsläufig fehlerbehaftet. [...]