In der aktuellen Publikation NET-Metrix-Audit werden Nutzungsdaten von insgesamt 164 Websites ausgewiesen. Im November 2007 neu dabei sind die sechs Websites Cineman.ch, gameswelt.ch, Netlog, persoenlich.com, scb.ch und Starticket. NET-Metrix-Audit ist das Messsystem, wo Websitebetreiber ihre Traffic-Kennzahlen monatlich beglaubigen und publizieren lassen können. Für alle publizierten Websites wurden im November insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Seitenaufrufe (Page Impressions) und 149 Millionen Besuche (Visits) gemessen. Im Durchschnitt wurden pro Besuch auf einer Website 10 Seiten aufgerufen. Für einen Vergleich der Leistungswerte der verschiedenen Websites am besten geeignet sind die Kennzahlen Visits, die Anzahl Besuche auf einer Website, und Unique Clients, die Anzahl verschiedener Computer von denen aus eine bestimmte Website aufgerufen wird.
Quelle: Auszug aus der Medienmitteilung von NET-Metrix-Audit: www.net-metrix.ch
Welche Website, welche Online-Werbung verkauft, kann es sich noch leisten, nicht beim Net-Audit mitzumachen? Der Vorteil: Alle Websites sind miteinander vergleichbar, die Zahlen sind auditiert und verlässlich. Wer heute Online-Werbung verkauft und hier nicht dabei ist, hat m.E. ein Problem der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Ich auf jeden Fall vertraue nicht den Zahlen, den mir irgendein Verkäufer verkaufen will. Oft wird noch mit Hits um sich geworfen, was heute schon längst dilettantisch ist. Views, Unique Clients, Page Impressions und Verweildauer sind gute und vergleichbare Werte.

11. December 2007 um 18:28
Lieber Jörg, bis auf die Meinung, dass Pageimpressions ein wichtiger Wert sind bin ich mit Dir einverstenden. Die PI’s sind je länger je mehr überflüssig, weil es nicht relevant ist wieviel Seiten ein User besucht, sondern wie lang er eine Website besucht. Sonst würden Sites die mit neuer Technologie gebaut sind benachteiligt. Ich wünschte mir wir könnten die PI’s ganz streichen und uns auf die Unique User und die Verweisldauer beschränken.
11. December 2007 um 22:58
Roger spricht das zentrale Problem an. Websites, die Ajax nutzen oder beispielsweise auf Video-Inhalten basieren, sind Page-Impressions irrelevant. Aber man kann bei den meisten Portalen auch noch keine Minuten kaufen, sondern AdImpressions oder Festplatzierungen.
Gerade bei Branding-Kampagnen würde ich als Agentur sehr gerne so buchen können, dass ich sicherstellen kann, dass jeder Unique User des gebuchten Portals meine Botschaften X Minuten pro Woche sieht.
12. December 2007 um 00:32
Da bin ich aber nicht ganz gleicher Ansicht. Gerade die Unique User ist extrem schwierig zu erfassen. Was, wenn ein Benutzer die Cookies löscht? Was, wenn eine Unternehmung keine Cookies zulässt und nach aussen nur mit einer IP-Adresse auftritt? Was, wenn am gleichen PC zu Hause mehrere Personen surfen? All diese Facts erschweren das Messen der Unique Users.
Bei den Page Impressions bin ich auch nicht gleicher Ansicht. Ich weiss, dass es (danke Mike) Sites mit wenig Page Impressions gibt. Wir betreiben auch eine Site mit einer Kartenlösung, die auf Google Maps basiert. Hier sind die Page Impressions tatsächlich ein kritisch zu zählender Wert. Hier verkaufen wir die Werbung auch wochen- und monatsweise, weil wir hier die Visits ausweisen können. So finde ich, dass die Page Impressions eben doch eine wichtige Grösse sind, die man aber je nach Site entsprechend interpretieren muss.
12. December 2007 um 16:00
Mike, ich sehe das genau so. Wir sollten auf jeden Fall an den Themen Use-Time arbeiten und versuchen diesen Wert vermehrt in der Planung bei den Sites einfordern. Die stehen ja so so oder so zu Verfügung. Je einfacher der Wert umso eher versteht es der Werbemarkt.
Ich lese immer wieder in Zeitungen Artikel die die Grösse einer Website nach PagImp. bemessen…Ist sicher nicht so toll für dich Jörg, wenn du da nicht unter den ersten 20 bist und der Kunden meint du seist zu klein um gebucht zu werden, obwohl du mehr User hast die länger auf deiner Site sind als die anderen 19 vor dir…;-))
13. December 2007 um 14:57
[...] Zum Thema Webstatistik äussert sich auch Jörg Eugster in seinem Online Marketing Report. [...]
13. December 2007 um 17:17
Zum Thema PV gibt es nur eins zu sagen: Verkauft man mehr Werbung in einer Zeitung, wenn sie 100000 Seiten mehr hat als Konkurrenzprodukte? Oder verkauft man mehr Werbung, wenn man 100000 Personen mehr erreicht? PV sagen null und nichts aus über die Reichweite einer Website. Deswegen ist diese Zahl wertlos. Von mir aus könnte man sie glatt streichen und ich vertrete diese Position seit Jahren.
Jörg, wenn Du meinst, das müsse man differenziert betrachten dann sage ich Dir: Träum weiter. Glaubst Du etwa, dass sich die Leute die Mühe machen, die Rankings so zu hinterfragen? Ich denke nicht.
Eine Agentur, die Werbung im Netz bucht, muss ja nicht zwingend wissen, was Ajax und solche Sachen sind, um einen guten Job zu machen. Sie brauchen verlässliche Zahlen und dazu passende demographische Informationen – und das sind PV nicht. Ich kann auf einen Knopf drücken und unsere Site hat in der nächsten Net-Audit das doppelte an PV’s ohne einen einzigen User dazu zu gewinnen – aber ich müsste dafür bei der Performance und der Geschwindigkeit der Site abstriche machen – deswegen mache ich das natürlich nicht.
Was Du über die Schwierigkeiten der Client-to-User-Methodik, die Net-Profile anwendet, sagst, kann man genau gleich auch über die PV sagen – oder willst Du etwa behaupten, dass ein PV von genau einer Person ist? Könnten ja auch mehrer Personen vor einem Bildschirm sitzen oder nicht?
Professionelle Planung und Einsatz von Websites für Werbung erfordern zwingend demografische Informationen und nicht irgendwelche technische Bezeichnungen die irgendeine Pseudo-Auflage beglaubigen sollen. Im Internet gibt es keine Auflagen – dafür ist ein anderes Medium zuständig. Deswegen gibt es für mich keine Alternative zum Wert Unique User, die Visits kann man auch ernst nehmen und die Use-Time ebenfalls. Clients und PV sind so wie die Lotto-Zahlen: Ein bisschen Glück und Du hast gewonnen
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14. December 2007 um 00:50
Hallo Rafi
Teilweise stimme ich dir zu. Für die Reichweite sind die Page Impressions (oder Page Views bzw. PV wie du es ausdrückst) natürlich nicht entscheidend.
Die PV muss man aus zwei Sichten betrachten.
1. Für den Websitebetreiber ist es ein Controlling-Instrument, um die Entwicklung einer Website zu beobachten. So sind z.B. das Verhältnis Views zu PV nicht ganz unerheblich. Das variiert aber wiederum je nach Site. Swissfriends konnte z.B. nach dem Redesign im letzten Jahr innert 2 Monaten eine Verdreifachung des Traffics erzielen. Dies nicht, weil jemand auf den Knopf gedrückt hat, sondern weil man die Site intelligenter mit viel mehr Features und Nutzen für die Mitglieder aufgebaut hat. Was ist passiert? Die Leute rufen mehr Seiten auf, weil die Inhalte interessanter sind. Dadurch bleiben sie auch länger (Use time). Die Anzahl der User ist dagegen nur leicht gestiegen. Da gebe ich dir recht, dass es aus Sicht des Werbetreibenden wichtiger ist, mehr Leute als PV zu erreichen.
2. Für den Verkäufer von Online-Werbung sind die PV doch entscheidend, sofern über den TKP abgerechnet wird.
Ich gebe dir in dem Punkt recht, wo die Reichweite entscheidend ist. Aber Internet-Werbung ist ja viel genialer, als nur auf Reichweite zu bolzen. Wenn das heute noch verlangt wird, dann darum, weil die alten Marketingleiter (alles noch digital immigrants) es noch nicht verstanden haben, die genialen Targeting-Möglichkeiten der Online-Werbung zu nutzen.
Beispiel 1: Man kann die Reichweite erhöhen, indem man auch auf Sites mit weniger Unique Visitiors dank einem Frequency Capping mehr User über die Kampagnendauer erreicht. So kann man, wenn man die Werbung auf mehreren kleinen Sites schaltet, die Reichweite markant erhöhen. Wahrscheinlich hörst du jetzt nicht gerne, aber man kann auch Pool-Buchungen (wie z.B. bei Adlink) schalten und so die Reichweite dank den vielen kleinen Sites markant erhöhen. Vermutlich noch höher als bei einer einzigen Site.
Beispiel 2: Dank Behavioral Targeting (BT) kann ich die richtigen Leute noch besser erreichen, nämlich aufgrund des aktuellen Verhaltens. Die Marketingleiter, die immer noch zielgruppenorientiert handeln, kennen eben diese Möglichkeiten nicht. Dank BT habe ich möglicherweise ein tiefere Reichweite, dafür sind die Leute, die ich erreiche, viel relevanter. Wenn ich als Autohersteller die Zielgruppe auf einer Autosite anvisiere, dann habe ich viel Konkurrenz von anderen Autoherstellern. Aber mit BT erreiche ich die kaufwilligen potenziellen Kunden auch auf Tourismussites und Partysites etc.
Ich bleibe bei meiner Aussage, dass die Unique Visitors nicht gut genug gemessen werden können:
- Cookies können gelöscht werden.
- Firmen lassen oft keine Cookies zu
- Grossfirmen lassen nach aussen nur ein IP-Adresse zu (und lassen keine Cookies zu)
- Computer werden von mehreren Personen genutzt (was natürlich beim BT auch ein Nachteil ist).
Für mich sind die Werte, welche vom Net-Audit gemessen werden, gut und nachvollzieh- und vergleichbar.
M.E. müsste man aber der Use Time auf Sites mit Ajax oder auf Kartenlösungen stärkere Beachtung geben, oder dort tatsächlich über Unique Visitors oder Views abrechnen, aber sicher nicht über den TKP. Da gebe ich dir recht.
Noch etwas zu soziodemografischen Daten:
Die besten Daten haben Sites mit einem Login, wo sich die Leute genau (ohne Fakes) eintragen, wie z.B. bei Datingsites. Swissfriends könnte z.B. alle 25-jährigen Züricherinnen, welche rauchen und gerne in den Ausgang gehen bewerben. Nur wäre dann die Reichweite zu gering, dafür aber wäre die erreichten Personen je nach Ziel sehr relevant.
Zu diesem Thema müsste man mal einen Abend bei Retos Internet-Briefing veranstalten. Gäbe eine spannende Diskussion. Reto, was meinst du?