Oct 30

Der heutige frühe Wintereinbruch nutzte der Tages-Anzeiger für eine spontane Leserbilder-Aktion. Via Website und RSS-Feeds wurden Leser aufgefordert, Winterimpressionen via MMS einzureichen.

Winter-Leserbilder Aktion beim Tagi

Das ganze wurde dann unmittelbar – hoffentlich automatisch – zu einer beeindruckenden Bildstrecke auf der Tagi-Website zusammengefügt. Herrliche Winterbilder der Leser aus dem ganzen Grossraum Zürich und mehr.

Die anderen Mitglieder des Newsnetz haben ebenfalls an der Aktion mitgemacht – schade nur, dass es die selben Bilder sind und es keine regionalen Unterschiede gibt. Auf jeden Fall ein schönes Beispiel von Crowd-Sourcing und Community-Building.

(Crossposting)

Oct 29

Edipresse übernimmt Swissfriends zu 100%

Edipresse hat seine Kaufoption wahrgenommen und die restlichen 51% von den Gründern von Swissfriends übernommen. Swissfriends ist nach Angaben von Edipresse das Datingportal Nr. 1 der Schweiz. Zu den Gründern, welche die Mehrheit an der Firma Comfriends SA abgeben und bereits aus dem Verwaltungsrat ausgetreten sind, gehören u.a. Steve Savioz, Virtua SA (Webdienstleister) und Jörg Eugster, (NetBusiness Consulting AG).

Swissfriends möchte unter der Führung von Yvan Vuignier, Geschäftsleiter,  seine Position im Schweizer Markt ausbauen. Swissfriends verzeichnet monatlich rund 20 Mio. Page Impressions. Mit der Übername von Swissfriends setzt Edipresse seine Online-Strategie konsequent um.

Persönlicher Kommentar:

Nach den Übernahmen durch Ringier (Scout-Gruppe, Geschenkideen.ch) und Tamedia (Beteiligungen an tilllate und seit kurzem an Zattoo) mischt nun auch das grösste Westschweizer Verlagshaus kräftig im Übernahmepoker mit. Wollen sich damit die Verlagshäuser für die Zukunft rüsten, weil sie die Chancen der Online-Welt erkennen?

Oct 24

Wie Zattoo soeben mitteilt, wird der Medienkonzern Tamedia ins Schweizer Geschäfts des IP-TV Dienstes von Zattoo einsteigen. Tamedia wird sich mit rund 1/4 an dessen neu auszugliederndem Schweizer Geschäft beteiligen.

Nachdem vor 10 Tagen der Ringierkonzern geschenkidee.ch übernommen hat und Tamedia anfangs Monat Search.ch von der Post kaufte, ist dies ein weiterer Schritt, wie sich die beiden Schweizer Verlage breit im Onlinebusiness aufzustellen versuchen. Nicht durch eigene Innovationen – sondern durch strategische Zukäufe.

Nachtrag: Nun noch etwas ausführlicher drüben im E-Business-Blog

Oct 17

Drei Trends verheissen klassischen Werbeagenturen eine trostlose Zukunft.

Erstens
Jeder Werber, der sich an die eine oder andere Rezession erinnern mag, weiss: Die Werbebudgets sinken immer zuerst. Wir erinnern uns ans letzte Tief: 2003 gings vielen Agenturen sehr mies. Damals geriet sogar Wirz (eine UBS unter den Werbeagenturen) ins Wanken und brauchte frisches Geld zum Überleben. Einige Agenturen gingen ein, andere schrumpften zur Unkenntlichkeit. Aber die aktuelle Krise, von der die meisten glauben, dass wir sie schon haben, wird die klassischen Werbeagenturen noch härter treffen. Denn die meisten Agenturen werden nicht nur Budgetkürzungen hinnehmen müssen, sondern …

Zweitens
… gleich ein Viertel ihrer Kundschaft verlieren. Das internationale Beratungsunternehmen Sapient hat nämlich in einer europäischen Untersuchung auch 100 Schweizer Unternehmen befragt, ob sie mit der digitalen Kompetenz ihrer Werbeagentur zufrieden seien. Nicht wirklich, sagten satte 90 % der Befragten, und jedes vierte Unternehmen wollte sich deshalb in den nächsten 12 Monaten nach einer anderen Agentur umsehen. Also verlieren potenziell 90 % der Agenturen 25 % ihrer Kunden. Und ja, ich weiss, dass man das nicht einfach so hochrechnen darf.

In Deutschland sind 90 % der Auftraggeber mit dem Digital-Know-how ihrer Agenturen zufrieden, so die Studie. Warum ist das in der Schweiz so anders? Entweder war bisher die Nachfrage nach digitaler Werbung bei Schweizer Agenturen so gering, dass es der Aufwand nicht wert war, sich das entsprechende Know-how mühselig anzueignen. Oder die Agenturen haben es erfolgreich geschafft, ihren Kunden digitale Ambitionen zum Erhalt der Agenturprofitabilität immer wieder auszureden.

Seit 1995 habe ich an unzähligen Internet-Veranstaltungen teilgenommen, an denen digitales Know-how kostengünstig oder gratis abgegeben wurde, immer mal wieder auch als Referent. An diesen Veranstaltungen trifft man allerlei Leute, aber eigentlich nie Werber. Auf den Teilnehmerlisten sucht man vergeblich nach Agenturnamen, während deren Kunden schön aufmerksam in den Reihen sitzen. Jetzt soll sich mal einer wundern.

Drittens
Der Budget-Shift von Off- Richtung Online bei den Werbeausgaben fängt nun auch in der Schweiz definitiv an stattzufinden. Die oben erwähnte Studie erwartet im nächsten Jahr einen Online-Zuwachs von 42 Prozent. Verglichen mit dem trendbestimmenden nahen und fernen Ausland herrscht in der Schweiz ja noch gewaltiger Nachholbedarf, wie er in diesem Blog schon öfter abgehandelt wurde. Ich glaube, auch da sind wir bloss etwas langsamer und nicht etwa eine Insel.

(Quelle: Werbewoche)

Sep 09

Die Schweizerinnen und Schweizer sind weiterhin ein Volk von Zeitungs- und Zeitschriftenleserinnen und –lesern. 91.4 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren lesen mehr oder weniger regelmässig mindestens eine der Zeitungen und 91.6 Prozent eine der Zeitschriften, die an der MACH Basic teilnehmen. Die aktuelle Auswertung der Leserzahlen “MACH Basic 2008-2″ zeigt, dass die Gratiszeitungen weiter an Beliebtheit gewinnen.  Obige Zahlen sind sicherlich richtig, aber man muss sie schon etwas kritischer betrachten. 91.4 Prozent der Schweizer Bevölkerung lese “mehr oder weniger” regelmässig mindestens eine Zeitung. Sicher stimmt das so pauschal gesehen. Wie verhält es sich aber mit der Intensität? Wieso gehen bei vielen (bezahlten) Tageszeitungen die Auflagen ständig zurück? Wenn ich z.B. bei dieser Umfrage selber gefragt würde, ob ich Zeitungen lese, dann müsste ich bejahen, denn ab und zu lese ich 20-Minuten (S-Bahn Zürich), dann erhalte ich das Migros Magazin oder die Coop-Zeitung. Schwupp-di-wupp und schon bin ich einer der 91.4 Prozent. Kein Wort darüber wie intensiv das war. 20-Minuten blättere ich um und lese ab und zu einen Artikel. Das gleiche bei den Gratiszeitungen der beiden Grossverteiler.  Dann bin ich schon ein Leser.  Bei Fachzeitschriften ist die Aufmerksamkeit grundsätzlich bei mir um einiges höher, da mich der Inhalt viel mehr anspricht.   Kommen wir aber zur Dauer der Mediennutzung.  Dann sieht es bereits schon dramatisch aus. Europaweite Studien zeigen, dass in den meisten Ländern TV vor Radio und Internet führend sind, dann erst folgen Zeitungen und Zeitschriften. Bei den Jungen sieht es noch viel dramatischer aus, denn dort wird Internet schon bald das Leitmedium sein. Das sind die Kunden von morgen. Unverständlich ist, dass immer noch über 50% der Werbeausgaben in den Print gehen und erst wenige Prozentpunkte ins Internet. Rupert Murdoch würde das damit begründen, dass über die Marketingbudgets immer noch die Digital Immigrants bestimmen, obwohl die Digital Natives als wichtige Zielgruppe betrachtet werden. Komische Welt. Schauen Sie sich doch folgendes Video an. Das zeigt, wie man heute Kunden verlieren kann. Wenn sich diese nicht mehr angesprochen fühlen, stehen sie einfach auf und gehen …  zur Konkurrenz.   

http://www.youtube.com/watch?v=D3qltEtl7H8