Nov 07

Die Berichte in den Medien über Groupons Börsengang sind sehr unterschiedlich.

Quelle: businessinsider.com

NZZ Online schreibt beispielsweise am 5. November, dass der Debütant Groupon an der Börse gefeiert wird und nur noch von Googles IPO von 2004 übertroffen wurde. Das im lokalen E-Commerce tätige Unternehmen Groupon konnte am Freitag ein Börsendebüt hinlegen, wie es die Wall Street schon lange nicht mehr gesehen hatte. Die Aktie schoss gleich zu Handelsbeginn um 40% in die Höhe auf eine Notierung von 28 $. Sie war zu einem Kurs von 20 $ an den Markt gekommen, nachdem der Ausgabepreis am Donnerstagabend um 20% heraufgesetzt und das Unternehmen somit mit 12,7 Mrd. $ bewertet worden war.
Nachtrag: Bei einem um 31% über dem Ausgabekurs liegenden Schlusskurs vom Freitag von 26 $ ist Groupon nun stolze 16,6 Mrd. $ wert.

Noch am 31.10. hatte die Financial Times geschrieben, dass die einzige Strategie von Groupons IPO darin bestehe, möglichst viel aus dem IPO/Börsengang herauszuquetschen. Das vernichtende Urteil des US Anlegermagazins “Barron’s” lautet so auch über den Börsengang des Rabattportals, dass man dieses IPO vermeiden sollte. Groupons Management wolle die Aktien nur so teuer wie möglich losschlagen. Investoren sollten nicht unbedingt mit Kurssteigerungen rechnen.
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Kommentar von Jörg Eugster

Während Groupon ein Übernahmeangebot von Google im Dezember 2010 in der Höhe von 6.5 Mia. $ noch ausgeschlagen hatte, haben sie scheinbar nun Recht bekommen, denn der Börsengang hat ihnen einen Wert von 12.7 Mia. $ (Korrigenda: 16.6 Mia. $) gebracht. Finanziell betrachtet haben sie zweifelsohne Recht bekommen, doch wird die Rechnung auch für die Investoren aufgehen? Hat man hier nur investiert, weil die valablen Alternativen in den Finanzmärkten wegen der Schuldenkrise fehlen?

Ich bin der Anicht, dass die Rechnung nicht aufgehen wird. Hier handelt es sich um Gier 2.0. Es erinnert mich an die Jahre 1998 bis 2000, als die Dotcom-Blase unaufhörlich gewachsen ist.

Doch ist das Geschäftsmodell von Groupon nachhaltig?  Ich glaube NEIN.

Hier die Gründe:

  • Das Modell hat unzählige Nachahmer hervorgebracht. Alleine in New York gibt es rund 40 Groupon-Kopien.
  • Es scheint, dass nationale Anbieter Vorteile gegenüber den amerikanischen Geschäftsgepflogenheiten einen Vorteil aufweisen. Schweizerisches Beispiel ist DeinDeal, das m.E. geschickter auf dem hiesigen Markt operiert.
  • Es gibt immer mehr unzufriedene Kunden auf beiden Seiten, sowohl bei den Anbieter als auch bei den Endkunden den Gutscheinkäufern. Anbieter fühlen sich von den Hardsellingmethoden über den Tisch gezogen und die Gutscheininhaber erleben immer wieder Frusterlebnisse beim Einlösen der Gutscheine oder sind mit der Leistung der Anbieter unzufrieden.
  • Die deutsches Groupon-Kopie DailyDeal wurde von Google gekauft. Dank Google Wallet und der NFC-Technologie in den neusten Handys gebe ich Google langfristig die höheren Chancen, im E-Coupon-Markt erfolgreich zu sein.

Gier 2.0 wird sich als kein langfristiges und nachhaltiges Geschäftsmodell herausstellen.

Und schon bald wird Facebook folgen, mit dem kleinen Unterschied, dass Facebook mit 800 Mio. Mitgliedern weltweit doch schon beachtliche Werbeerträge erwirtschaftet.

Oct 21
Nun hat auch SIX Multipay eine iPhone-App für Gutscheine, die mobil eingesetzt werden können. Die App stellt Gutscheine zur Verfügung, die Rabatte auf Angebote von unterschiedlichen Unternehmen gewähren. Damit wird der Gutschein nun digital verfügbar und ist dank dem Handy überall dabei (E-Couponing).


Neue Coupons erscheinen automatisch in der App und können nach Kategorien, Anbietern und Favoriten gefiltert werden. Zudem kann der Benutzer Coupons von nahe gelegenen Geschäften aufrufen und sich den Weg dorthin anzeigen lassen. Die Coupons können am Zahlterminal von SIX Multipay elektronisch eingelöst werden. Beim Launch der App bieten einige wenige Anbieter wie Media Markt, Saturn, Total Sport, die Weltbild Verlagsgruppe und ausgewählte Burger-King-Restaurants Coupons über die App an. Zeix hat im Auftrag von SIX Multipay die «Mobile Coupon»-iPhone-App mit der Methode des User-Centered Design konzipiert, designt und für den Umsetzer spezifiziert. Für die Umsetzung war mp technology consulting verantwortlich.
Persönliche Anmerkungen:

Schön und gut, diese neue App. Aber da erlaube ich mir schon einige Fragen.
  • Gehört es zu den Kernkompetenzen von SIX Multipay, auch mit Gutscheinmarkt mitzumischen?
  • Oder ist es eine Reaktion auf die Ankündigung von Google, über die NFC-Handys neben des bargeldlosen Zahlens gleich auch Gutscheine (Google hat ja die Gutscheinplattform DailyDeal übernommen) über die gleichen Zahlungsterminals abwickeln zu wollen?
  • Braucht es diese App wirklich? Ringier hat ja mit Vanilla ein ähnliches Projekt lanciert und nach wenigen Monaten wieder eingestellt.