Mrz 22

In eigener Sache:

Diese Woche finden im Rahmen der Swiss Online Marketing Messe neben kostenlosen Schulungen zu Twitter auch Vorträge zum Thema Kundengewinnung über Google sowie über internationales Suchmaschinen-Marketing statt. Auch sonst gibt es einige interessante Vorträge:

Mittwoch, 24. März 2010
11:00 – 11:45: 10 Regeln für eine erfolgreiche E-Mail-Kundenbindung
14:00 – 14:30: Wo sind meine Kunden? Kunden durch Umfragen kennenlernen
15.15 – 16:15: Kommunikation und Marketing im Zeitalter der Social Networks
16:15 – 16:45: Wie Sie über Google & Co weltweit Kunden gewinnen
Voträge Swiss Online Marketing MesseOb Sie lokal oder in Ihren Exportmärkten Kunden gewinnen wollen – Sie gelangen nirgends direkter an Ihre Kunden als über Top-Positionen bei Google & Co. Erfahren Sie:

  • worauf Google bei der Vergabe der Top-Positionen achtet
  • wie Sie Kunden gezielt dann ansprechen, wenn Interesse besteht
  • mehr über das Suchverhalten in Ländern wo Google nicht die Nummer 1 ist
  • wie Sie Zielseiten auf lokale Vorlieben ausrichten

Donnerstag, 25. März 2010
9:30 – 10:15: Facebook und Twitter im Business-Einsatz
10:15 – 11:00: Regionales Suchmaschinenmarketing für den stationären Handel
15:15 – 15:45: Wie Sie dank Top-Positionen bei Google den Umsatz erhöhen
Wer zu den von den Kunden gesuchten Begriffen bei Google nicht gefunden wird, verliert täglich Umsatz. Über 200 Faktoren spielen bei Google eine Rolle, um einen Spitzenplatz zu erhalten. Erfahren Sie

  • Chancen und Risiken: Wie kommen Sie in die Top 10 und wann fliegt man raus?
  • Wie Sie Kunden gezielt dann ansprechen, wenn Interesse besteht.
  • Worauf Sie achten müssen, um die Besucher zu Kunden zu machen.

Wer noch keine Messetickets hat, kann diese kostenlos bestellen. Mehr Infos unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/gratis-eintrittskarten-und-marketingberatung-an-swiss-online-marketing-messe.htm

Es würde mich sehr freuen, Sie dort persönlich anzutreffen.

Okt 07

Heute habe ich mir einen Kindle E-Book-Reader bestellt. Ausgeliefert werden soll er am 21. Oktober, und auch in der Schweiz Downloads zulassen. Zwar erst aus dem bisher zu 99 Prozent englischen Angebot. Wie der Download klappen soll? Mehr dazu, mit Details zur absehbaren Schweiz-Funktonalität auf dem bernetblog.

Okt 06

Das neue Mantra der Zeitungsverleger heisst: Schluss mit Gratis. Sonst sei bald Schluss mit Journalismus. Wer hat Gratis erfunden? Wohin führen Bezahlmauern?

Cross Posting aus dem bernetblog, diesmal in voller Länge:
Das böse Internet bringt Dinge kostenlos ins Haus, für die man früher bezahlt hat. Und erst noch viel besser sortiert als früher – aber mehr darüber am Schluss dieses Beitrags. Der Winkelried des Bezahl-Webs heisst Rupert Murdoch. Im August 2009 hat der Medienmogul die Einführung von Bezahlmodellen für seine Online-Besitztümer angekündigt; seither getrauen sich viele Verleger wieder, ins selbe Horn zu tuten. Gerade wieder am letzten Freitag John Riding, Chef der Financial Times, im Guardian: «Bezahlte Inhalte sind die einzige Rettung für den Journalismus». Ich behaupte: Wer anfängt mit Bezahlmodellen, stürzt sich selbst ins Aus.

Qualität kostet. Wieso gibt es Gratiszeitungen?
Qualität kommt von Qual, meint Wolf Schneider, deutscher Vorbildjournalist und Buchautor. Er bezog sich damit auf die Herausforderungen des Schreibens und Redigierens. Zu diesen Kosten gesellen sich die Mieten der meist sehr zentral gelegenen Verlagshäuser, Administration, Marketing, Technik, Druckmaschinen, Distribution. Zeitungen sind sehr teuer. Deshalb gibt es auch wenige, kapitalkräftige Verleger. Und weil Zeitungen so teuer sind (stimmt, das ist eine hämische Einleitung), haben die Verleger die Gratiszeitung erfunden. Die gibts seit 1995, da war das Gratis-Internet noch keine Zeitungsbedrohung.

Gratis gibt man immer dann etwas weg, wenn man damit auf andere Art und Weise mehr Geld machen kann. Im Falle der Gratiszeitungen sind es die Werbekunden, die nach Auflage bezahlen. Und damit in der Schweiz 20Minuten zu einer Geldmaschine gemacht haben. Andere haben mit dieser Idee hohe Verluste eingefahren. Im Detail auch zu lesen bei Kurt W. Zimmermann, ex-Chefredaktor grosser Schweizer Medien, heute Südtiroler Verleger, Verlagsberater, Kolumnist – und Autor von «War’s das?» im lesenswerten neuen NZZ-Folio (wo noch alle Inhalte Online verfügbar sind, siehe dazu auch Interview mit Folio-Chefredaktor Daniel Weber).

Spiegel Online schreibt gratis schwarze Zahlen
Wenn ein Verleger mit Gratis mehr Leser erreicht, dann kann er mehr für die Werbung verlangen. Das gilt auch im Web. Deshalb schreibt Spiegel Online seit 2005 einen Gewinn. Und Chefredaktor Rüdiger Ditz mag in einem SonntagsZeitungs-Interview vom 30. August auf keinen Fall der Vorreiter für bezahlte Inhalte sein. Ob er die Gebührenpflicht bei Spiegel-Online noch erleben werde? «Für den gesamten Auftritt? Nein, das glaube ich nicht.» Für bestimmte Applikationen schon, so kostet der Zugang zur E-Paper-Ausgabe schon heute.

Rund die Hälfte der Leser dank Google
Das erwähnte SonntagsZeitungs-Interview ist nur über das bezahlte Archiv zugänglich. Deshalb ist das Original hier nicht verlinkt. Und das führt zu einer Problematik, welche die ganze Gratis-Web-Geschichte wesentlich verschärft. Denn dieses Interview ist im Netz nicht auffindbar, keine Suchmaschine wird je einen Leser dorthin führen. Und damit nicht den Traffic auf SonntagsZeitung.ch erhöhen. Und dadurch die Werbe-Einnahmen des Verlegers nicht erhöhen, seine Reputation für interessante Inhalte nicht stärken. Am meisten schmerzen wird das erste «nicht». Google ist schon heute eine der wichtigsten Traffic-Quellen für Online-Medien. Schon im August 2008 schrieb meedia.de: «Bei Focus Online liegt die Zahl der User, die über Google kommen, derzeit schon bei 45 Prozent, Tendenz steigend.» Wollen Sie wirklich einen Zaun um Ihre Online-Inhalte bauen, Herr Burda? Ankündigen tut ers seit 2002, wie dieser (offen zugängliche) Handelsblatt-Artikel zeigt.

Drei neue Spielgregeln des Web
Vergessen wir kurz, dass die Verleger selbst im Printbereich zu den Erfindern von Gratis zählen. Online-Inhalte bringen schwierige neue Dimensionen ins Spiel:

1. Jeder kann mitmachen: Die Eintrittshürden liegen tief – die Produktion ist günstig, die Distribution kostenlos. Es braucht nur noch Grips fürs Schreiben. Klar, man kann auch abschreiben.

2. Alle Inhalte sind sichtbar: Plötzlich wird sehr transparent, dass wir nicht anderes als eine Inhalts-Überkapazität haben. Es werden viel zu viele Inhalte hergestellt und im Markt angeboten. Bei so viel Angebot ist das Finden noch offener Spezialisierungs-Nischen eine riesige Herausforderung. Und man kann nicht mit einem Preis in einen derartigen Markt einsteigen. Wie sagt sogar John Riding in seinem Guardian-Interview, welches mit dem Ende des Journalismus durch Gratis-Inhalte droht? «The FT luxury magazine ‘How to Spend It’ will launch online this weekend, but there will be no charge while it builds critical mass.»

3. Inhalte sind suchbar, sortierbar, abonnierbar, aggregierbar: Ausser man versteckt sie hinter Bezahlmauern. Das eröffnet neue Möglichkeiten fürs leserorientierte Zusammenstellen von Inhalten.

Das Meiste bleibt gratis, wo sind die Extras?
Meine Prognose: Wir werden weiterhin einen Überfluss an Online-Inhalten haben, mit hoher Qualität. Die Konsumenten werden nur bereit sein, für Extraleistungen zu bezahlen. Soche Extras sind benutzerdefinierte Zusammenstellungen, mobiler Zugriff, automatische Meldungen. Hier öffnen sich mit der weiteren Entwicklung von intelligenten, mobilen Endgeräten neue Chancen. Bezüglich leserfreundlicher Zusammenstellung geht Google mit FastFlip voran. Dieser Service bringt Inhalte verschiedener Quellen auf den Bildschirm oder aufs iPhone – wobei dort der Bildschirm aus meiner Sicht noch zu klein ist. Ich habe mir eine Suche nach «Public Relations» eingerichtet. Wenn ich auf diese Startseite gehe, erhalte ich die aktuellsten Beiträge aus amerikanischen Magazinen oder Zeitungen in übersichtlicher Form. Interessanterweise hat Google den beteiligten Verlegern erstmals ein Bezahlmodell für die derart aggregierten Inhalte vorgeschlagen.

Bezahlmauern sind Selbstmord
Diese Extraleistungen dürfen aber nicht dazu führen, dass Inhalte für Suchmaschinen versteckt bleiben. Mit diesem Stacheldraht schaufeln die Verleger weiter an ihrem eigenen Grab. Mögen Sie dieses Mantra noch hören? Bezahlt, sonst nehmen wir Euch den Journalismus! (Und bitte nehmen Sie noch einen Blick am Abend.)

Weiterführende Artikel bei bernetblog:
Glaubwürdigkeit und Rendite-Modelle amerikanischer Medien

Interessantes Beispiel einer regionalen Online-Zeitung in Graubünden

Newsablauf Online bis Print: Lieber schnell als richtig?

Sep 29

Heute zeigt sich der Tages-Anzeiger im neuen Gewand, vor einer Woche liess sich die NZZ liften. Vorbildlich gestaltet der Tages-Anzeiger den Dialog rund um die Neugestaltung, von der Werbekampagne bis zum Chefredaktor am Echo-Telefon.

Tagi hört zu, Meinungen gehen weit auseinander
Für meine Kurzkritik zur neuen Optik des Tagis (Blogbeitrag mit vielen Bildern) habe ich ein Test-Telefon gestartet. Nach mehrmaligem Besetzt-Zeichen meldet sich der Co-Chefredaktor Markus Eisenring persönlich. Er sitzt von 9 bis 11 an der Leitung, gemeinsam mit der stellvertretenden Chefredaktorin Daniela Decurtins und zwei Verlagsleuten. Bravo, das nenn ich echten Dialog. Wie heiss läuft die Leitung? Markus Eisenring hat heisse Ohren: «Das Echo ist sehr intensiv, wir sind dauernd besetzt – in der ersten Stunde konnten wir wohl über 80 Anrufe bewältigen.» Die Meinungen gingen weit auseinander. Einige sähen den Tagi jetzt ganz nahe an der NZZ, die anderen dagegen näher an einer Regionalzeitung wie der Luzerner Zeitung. Einige seien sehr zufrieden, andere gar nicht. Doch insgesamt sei das Echo positiv und die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Meinungen bringe wichtige Anregungen.

Interview und Meinung mit Flattersatz
Wie ist das eigentlich mit dem Flattersatz und der Spaltentrennung? «Bei Interviews und in Meinungsbeiträgen wechseln wir auf Flattersatz – und setzen die Trennstriche zwischend den Spalten ein.» Aha, wieder was gelernt. Eisenring interessiert sich für meine Meinung. Mir hats zu viele Elemente, der neue Tagi spielt mir zu aggressiv mit Titelzeilen, Textkästen, Textauszügen, vielen Schriftvarianten. Ich werde mich daran gewöhnen, mehr zur Philosophie des Umbaus sagt Markus Eisenring in der zweiten Hälfte dieses persönlich-Beitrags.

Die NZZ gefällt mir besser, auch wenns dort noch ein paar Ungereimtheiten im neuen Layout gibt – Kurzkritik mit vielen Bildern ebenfalls im bernetblog.

Sep 28

 In Russland ist die Suchmaschine Yandex daran, eine Dominanz aufzubauen, wie Sie Google in westlichen Ländern hat. Dank Konzentration auf die Eigenheiten der russischen Sprache hat es Yandex verstanden, Google und die lokalen Mitbewerber zu verdrängen.

Russland ist trotz Wirtschaftskrise immer noch ein attraktiver Markt mit grossen Chancen. Auch in Russland gilt: um gezielt an Kunden zu gelangen, muss man für die von den Kunden gesuchten Begriffen gefunden werden. Während aber in der westlichen Welt Google ständig Marktanteile dazugewinnt, hat die Suchmaschine in den vergangenen Monaten in Russland massiv Marktanteile eingebüsst. Lange sah es so aus, dass Google mit dem Marktführer Yandex aufschliessen kann und Google konnte bis zu einem Drittel der Suchenden erreichen. Nun ist Google aber wieder auf einen Marktanteil von 24 Prozent zurückgefallen. Was ist passiert?

Marktanteil Suchmaschinen in Russland
Marktanteile Suchmaschinen in Russland im September 2009 gemäss Liveinternet.ru

Google nahm bis im Herbst 2007 den zweiten Platz ein und kam Yandex bis Ende September 2008 am nahesten. Aber Yandex hat beschleunigt und lässt Google nun immer weiter hinter sich im Suchmaschinenanteil.

Die russische Wirtschaft ging im ersten Quartal 9,8 Prozent zurück. Doch trotz der Krise konnte Yandex ein enormes Wachstum verzeichnen.

Entwicklung des Suchvolumens in Russland
Entwicklung des Suchvolumens in Russland

Auch gemäss den Zahlen von Comscore wuchs das Suchvolumen von Yandex innerhalb eines Jahres um 94 Prozent (siehe auch Weltweite Suchanfragen um 41 Prozent gestiegen). Vermutlich hat auch die stärkere Förderung des Internet durch den russischen Staat eine Rolle beim Wachstum der Suchmaschinennutzung in Russland gespielt (siehe auch Russlands Präsident Medwedew macht Internet zur Chefsache).

Im Gegensatz zu Yandex musste die russische Suchmaschine Rambler, die früher den zweiten Platz der russischen Suchmaschinen innehatte, schwere Verluste verzeichnen. Experten führen die Ursache auf mangelnden Fokus der Suchmaschine auf den Markt. Rambler wurde sogar von Search.Mail.ru überholt, die von Yandex betrieben wird.

Auch andere Facetten verleihen Yandex einen festen Stand am russischen Markt. Das „Yandex Geld“ erleichtert den Russen Kaufabwicklungen im e-commerce Markt, indem es wie eine Bank für die Konsumentengelder funktioniert. So können Kunden auch ohne Kreditkarten online einkaufen, da diese in Russland weder populär noch angebracht sind. Weder Kreditkarten noch PayPal sind in Russland gute Zahlungsoptionen.

Dazu kommt noch, dass Yandex ein starkes Programm für inhaltsbezogene Anzeigen betreibt, und viele der populären Erweiterungen offeriert, die man von einer führenden Suchmaschine erwartet.

Yandex ist optimal auf die Besonderheiten der russischen Sprache ausgerichtet
Yandex war die erste Suchmaschine in Russland und hat eine tiefe Verbindung zur Sprache und Kultur. Sie steht finanziell auf gesunden Beinen und investiert in ihre eigene Zukunft. Yandex hat es verstanden eine Suchmaschine zu entwickeln, die optimal auf die Eigenheiten der russischen Sprache ausgerichtet ist.

Die russische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie, welche ein breites Sprachspektrum in Osteuropa umfasst: von Polen über Tschechien bis nach Serbien und Kroatien. Auch wenn die meisten nicht die kyrillischen Schreibform verwenden, entstehen die Schwierigkeiten durch den Formbestand und der Struktur dieser Sprachen. Diese ist anders als im englischen, welches für Suchmaschinen wie Google die Basis ist.

In der russischen Sprache existieren weder bestimmte noch unbestimmte Artikel (der/die/das, einer/eine/ein). Diese werden jeweils in den Wortendungen eingebaut. Artikel werden bei den Suchmaschinen als so genannte Stoppworte behandelt. Um diese Stoppwörter auf die russische Sprache anwenden zu können, muss man wissen, welche Buchstaben im Wort abgetrennt oder angepasst werden müssen. Dies wird durch die zum Teil endlosen Möglichkeiten ziemlich kompliziert. Zum Beispiel besitzt das russische Wort „Izvergatch“ 166 verschiedene grammatische Wortformen.

Schaut man in ein russisches Wörterbuch, dann wird einem schnell auffallen, dass es immer zwei russische Verben zu einem Wort gibt. Das eine drückt den vollendeten Aspekt und das andere den unvollendeten Aspekt aus. Es gibt noch weitere Aspekte, durch die ersichtlich wird, welche Komplikation die Adaption einer Suchmaschine auf andere Sprachen bedeutet. Yandex hat all diese Hindernisse überwunden und wächst in der Beliebtheit immer weiter.

Crossposting von http://news.worldsites-schweiz.ch/marktanteile-suchmaschinen-in-russland-yandex-verdraengt-alle.htm