Jan 20
Letzte Woche hat sich Tobias Trevisan, Geschäftsleiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ, aufs blogsofa des bernetblogs gesetzt. Mit Interviews wollen wir noch näher über Veränderungen im Medienbereich berichten, die für Kommunikations- und Marketingspezialisten von Interesse sind.
Der erste Beitrag ist eben live gegangen. Trevisan sieht die grösste Bedrohung für Verlagshäuser im laufenden Wandel der Mediennutzung. Online-Aktivitäten gehören trotz aktueller Sparmassnahmen zu den strategischen Projekten, die durchgezogen werden. Diese Woche soll ein neues Finanzportal lanciert werden, welches Artikel, Finanzdaten und Beratungstools kombiniert. Mit einem Allfinanz-Ansatz, wie ihn Banken und Versicherungen verfolgen. Damit versucht die FAZ, ihr Geschäftsmodell im Online-Bereich wesentlich auszuweiten – in einer Kooperation mit spezialisierten Software-Entwicklern. T-Online will auf dasselbe Portal zugreifen, weitere Partner werden gesucht.
Eine interessante Strategie. Ein Verlag bringt seine Reputation für neutrale Inhalte ein. Und kombiniert sie mit bisher bei Finanzdienstleistern konzentrierten Angeboten. Klar, Börsenportale wie Swissquote oder Onvista gehen in eine ähnliche Richtung, und die Webseiten von Banken ebenso. Aber in dieser Kombination und mit dieser Schlagkraft hat man das wohl noch nicht gesehen.
Alle Antworten des erfahrenen Verlagsprofis mit Schweizer Wurzeln im bernetblog. Heute Dienstag, am Donnerstag und am Montag. Jeweils mit kurzen Video-Ausschnitten.
Nov 06
Heute morgen hat mich die NY Times im abonnierten News-Mail überrascht: Einer der Links führte nicht auf die eigene Plattform. Sondern rüber zu Facebook. Wo sich eine ganze Sammlung von NY Times-Portalen auftut. Was bringt das?Anscheinend einiges. Denn der Aufwand, der für diese Zweitplatzierung der eigenen Inhalte betrieben wird, ist immens: Neben dem Hauptschauplatz facebook/nytimes sind Portale für Reisen oder KMUs aufgebaut. 6000 Kommentare hats übrigens in einem Tag für die Frage nach Barack Obamas nächsten Taten gegeben, von 160000 eingeschriebenen Fans. Ob diese Rechnung aufgeht für die NY Times, die so auf Traffic verzichtet? Bilder und mehr Hintergrund auf dem ganzen Beitrag im bernetblog.
Nov 04
David Bauer schreibt in der letzten SonntagsZeitung über die Schweizer Blogs, welche nach seiner Ansicht im Mittelmass versänken: http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia
Nun, von seiner Warte aus gesehen hat er nicht einmal unrecht. Blogs sind in den wenigsten Fällen Massenmedien. So geht es hier nicht um Broadcasting, sondern um Narrowcasting. Die Meinung von David Bauer ist eine “richtige” aus Verlegersicht, aber eine sehr einseitige. Ich erinnere mich, als die Verlage versucht haben, mit dem Print-Plus-Modell die Print-Anzeigen gegen die Online-Anzeigen zu schützen. Es ist fehlgeschlagen, weil man das Internet wohl unterschätzt hatte und beim Aufbau eigener Portale zu wenig Geduld gezeigt hat. Erst später hat man dann realisiert, dass die Felle davon schwimmen und in aller Eile Online-Portale übernommen. Daher sind die grossen Verlage wie Ringier, Edipresse und Tamedia gerade dabei, sich im Markt mit Online-Portalen einzudecken.
Könnte es nicht sein, dass man den gleichen Fehler wieder macht und die Blogging-Szene ganz einfach unterschätzt?
Wie sagte doch Tim O’Reilly:Die alten Medien haben versucht, das Internet nach Ihrem Weltbild zu gestalten.
Hier möchte ich David Bauer meine persönliche Sicht über die Blogs geben. Auch ich hatte mich vor 4 Jahren gefragt, was das soll. Seit ich aber selber ein Blog mit 10 Freunden betreibe, habe ich den Wert dieses Mediums kennen und schätzen gelernt.
10 Gründe für Blogs:
- Blogs erreichen weniger Leute als die Massenmedien, dafür aber die richtigen. Der Streuverlust tendiert gegen Null.
- Blog-Posts können kommentiert werden. Leider kann ich den Artikel von David Bauer wohl eine Woche lang online lesen (welch eine interessante Aussicht), aber nicht kommentieren. Ich kann der SZ einen Leserbrief schreiben, aber ob der abgedruckt würde? Keine Ahnung. Blogleser/innen können aber die meisten Posts frisch von der Leber weg kommentieren. Das ist Kommunikation mit dem Leser oder Kunden.
- Blogs eignen sich, auch weniger bedeutungsvolle News zu verbreiten. Nicht immer ist eine Pressemitteilung angesagt. Über ein Blog kann man der interessierten Welt kleine Häppchen mitteilen. Ein Beispiel stellt ein eigenes Blog für die Website www.webcams.travel dar: http://blog.webcams.travel/
- Google z.B. verbreitet seine News sehr erfolgreich fast ausschliesslich über diverse Blogs, welche oft mit Videos auf Youtube ergänzt werden. Diese multimediale Verbreitung einer Botschaft kann kein anderes Medium. Natürlich kommuniziert Google auch über “normale” Medienmitteilungen, die sind aber v.a. für die Digital Immigrants gedacht, die ja keine Blogs lesen (wollen).
- Es gibt kein schnelleres Medium als Blogs. Blog-Posts können auch direkt vom Handy online geschaltet werden.
- Heute würde Beatrice Tschanz die Swissair-Katastrophe SR 111 (Flugzeugabsturz) vorwiegend über ein Blog kommunizieren, also über ein Krisen-Blog.
- Sogar neue Produktereihen wie der HP 2133 werden über Blogs kommuniziert: http://www.hp2133.de/
- Auch gibt es Websites von Firmen, welche auf Blog-Software basieren: www.yourposition.ch
- Blog-Posts können bequem als RSS-Feed abonniert werden und so ist man immer up-to-date.
- Dank der RSS-Technologie und Blog-Suchmaschinen wie technorati.com und der Google Blogsuche kann man einfach das abonnieren, was in der Blogosphäre über die eigene Firma oder Person gesprochen wird.
Ach ja, zu Grund Nr. 10: David Bauer soll doch mal auf den folgenden Link klicken und er sieht, was über ihn in den Blogs gesprochen wird: http://www.technorati.com/search/”David+Bauer”?authority=n&language=de.Gut ist es ja, dass es nur Bla-Bla ist und ja kaum andere erreicht. Aber die wenigen, die das lesen, sind nun im Bilde und die interessiert es auch.
David Bauer, dieses Blog hier wird täglich nur von rund 100 bis 200 Personen gelesen. Nicht viel, aber bestimmt die Richtigen.
Oct 06
Was halten Deutschschweizer PR-Agenturen von neuen PR-Instrumenten? Eine Diplomarbeit analysiert, wie neue Technologien die Beratung verändern.
Aleksandra Eric hat im Rahmen ihrer PR-Beraterinnenausbildung alle Deutschschweizer Agenturen zu Einsatz, Bedeutung und Zukunft neuer PR-Instrumente befragt. 41 haben den Fragebogen ausgefüllt. Die Auswertung zeigt auf rund 40 Seiten, wie PR-Praktiker die aktuelle Situation einschätzen – mehr dazu auf dem bernetblog.
Jun 13
In eigener Sache:
Nachdem es immer schwieriger wird, Interessierte per E-Mail zu erreichen, habe ich neben diesem Blog als weiteres Kommunikations- und Informationsinstrument die XING-Gruppe “OMX – Online Marketing Experts” ins Leben gerufen.

Die Gruppe “OMX – Online-Marketing-Experts” hat zum Ziel, den Wissenstransfer zwischen Online-Marketing-Experten und solchen, die es werden wollen, zu fördern. Folgende Inhalte soll es dort geben: Austausch und Veranstaltungen zum Thema Online-Marketing. Durchführung von Seminaren und Ausbildungsveranstaltungen zum Thema Online-Marketing.
Wieso soll man der Gruppe “OMX – Online-Marketing-Experts” beitreten?
Es gibt so viel Experten-Wissen im Umfeld von Online-Marketing, das aber nur einer kleinen Gruppe zugänglich ist. Das ist schade. Mit der Gruppe “OMX – Online-Marketing-Experts” möchten wir den Austausch dieses Wissens fördern. So möchten wir über aktuelle News und Entwicklungen sowie über Weiterbildungsangebote informieren. Jeder, der eine wichtige Information hat, kann dies über die Foren oder über die Moderatoren dieser Gruppe per Newsletter verbreiten. Die Information muss relevant für die Gruppe sein.
Die Gruppe ist für alle Online-Marketing-Experten und solche, die es werden wollen, offen.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung hier: https://www.xing.com/net/omx/
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