Jan 20

Die Volksrepublik China hat Google offiziell dazu aufgerufen, die Gesetze des Landes zu respektieren. Man werde für Google keine Ausnahme machen, stellte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums klar. Währenddessen sind einzelne Google Mitarbeiter offensichtlich immer noch freigestellt, weil deren Verwicklung in den Hacker-Angriff von letzter Woche untersucht wird.

Die chinesische Regierung unterstütze die Entwicklung des Internet, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Dienstag in Peking. “Ausländische Firmen in China müssen (aber) die Gesetze unseres Landes befolgen und sich an die Sitten und Traditionen halten. Google bildet da natürlich keine Ausnahme.” (Siehe auch Google zieht sich aus China zurück).

Gemäss der chinesischen Regierung sind auch chinesische Unternehmen von Hacker-Angriffen betroffen gewesen. Die Regierung der Volksrepublik verurteile die Internet-Spionage. Am Montag gab aber auch der Verein ausländischer Korrespondenten in China (FCCC) bekannt, dass E-Mail-Konten von Journalisten bei GoogleMail Ziel von Hackerangriffen geworden seien.

Offenbar überprüft Google auch die eigenen Mitarbeiter in China. Diesen war nach der Information über den Hacker-Angriff von letzter Woche von Google freigegeben worden. Chinesischen Medienberichten zufolge soll Google einigen Mitarbeitern in China seit dem 13. Januar den Zugang zum internen Netzwerk verwehren. Andere Angestellte sollen freigestellt oder versetzt worden sein.

Google erklärte aber am Montag, “Die Mitarbeiter von Google in China sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt und nehmen das Tagesgeschäft wieder auf”. Man habe den Angestellten im Anschluss an die Ankündigung eines möglichen Rückzugs aus China lediglich einen freien Tag gewährt, während man interne Test und Scans durchführte, “um sicherzustellen, dass das Netzwerk sicher und gut abgesichert ist”.

Die Untersuchungen von Google dauern aber noch an und einige Mitarbeiter sollen für die Dauer der Untersuchung nicht mehr auf das firmeneigene Netzwerk zugreifen können. Google betreibt seit 2006 eine chinesische Version seiner Suchmaschine und beschäftigt 700 Menschen in China.

Google führt derzeit noch Verhandlungen, um die eigene Suchmaschinen-Seite in China ohne Zensur der Suchergebnisse anbieten zu können. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass die chinesische Politik sich wegen Google ändern wird (siehe auch Zensur in China: Peking rekrutiert 10′000 Internet-Spitzel).

Die Zahl der Internet-Nutzer in China ist im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 384 Millionen gestiegen. Fast jeder dritte Chinese surft damit im Internet. Das Internet ist für China also wichtig, man hat aber längst sein eigenes Netz an Internet-Seiten aufgebaut und die meisten Chinesen nutzen nicht Google sondern Baidu für ihre Suchabfragen (siehe auch Marktanteil Suchmaschinen in China: Baidu gewinnt weiter gegen Google). Google hat derzeit einen Marktanteil von ca. 30 Prozent, konnte seinen Anteil aber seit langem nicht wirklich ausbauen. Je nach Statistik hat Google sogar Marktanteile verloren.

Sollte Google in China weiterhin tätig bleiben, wird das Geschäft für den Konzern in Zukunft noch schwieriger werden. Die Beziehungen zu China und den dortigen Werbepartnern sind durch die Vorfälle beschädigt denn die Verflechtung zwischen der Regierung und den Unternehmen ist immer noch stark. Trotz (oder wegen) der Verflechtung der Regierung mit der führenden Suchmaschine Baidu (siehe Verliert Baidu Marktanteil an Google? Skandale für Chinas Suchmaschine) – für die Chinesen ist es sicherer, nur auf Seiten zu gehen, welche den staatlichen Vorstellungen entsprechen. Wenn Baidu diese Funktion besser wahrnimmt als Google, ist das für viele Chinesen sogar ein Grund, auf die Nutzung von Google zu verzichten.

Cross-Posting von http://news.worldsites-schweiz.ch/google-verhandelt-mit-china-und-ueberprueft-eigene-mitarbeiter.htm

Dez 15

google-vergleich

So kann es kommen. Da hat ein Unternehmen eine tolle Idee: Google Buchsuche.
Und dann folgt irgendwann – Jahre später – eine Sammelklage. Anspruch haben allerdings nur Autoren oder Verlage deren Bücher oder Beilagen die bis Anfang 2009 in USA, Kanada, UK oder Australien veröffentlicht wurden.

Dies zeigt wieder einmal, wie schwierig & kostspieleig die Rechtslage für ein Online-Service werden kann.

Mehr hierzu: http://www.googlebooksettlement.com/intl/de/

Dez 08

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Aus dem Newsletter von Torsten Schwarz:
Lufthansa, Google und Otto twittern am interessantesten

  • Nicht Größe allein zählt bei Twitter
  • Studie untersucht Relevanz von Unternehmen im Social Web
  • US-Unternehmen erreichen hundert mal mehr Sichtkontakte

Gute Inhalte sorgen für eine hohe Reichweite. So lautet eine der Kernaussagen einer aktuellen Studie über den Kurznachrichtendienst Twitter. Über einen Zeitraum von drei Monaten beobachtete das Beratungsunternehmen Absolit gemeinsam mit dem Verband der deutschen Internetwirtschaft eco und der PR-Agentur talkabout communications die zwanzig aktivsten Unternehmen. „Twitter wird von vielen Unternehmen eingesetzt, um sich durch den direkten Dialog in ein gutes Licht zu setzen“ sagt Studienautor Torsten Schwarz. Die Beispiele Lufthansa und Google zeigen jedoch, dass auch ohne den personalintensiven Dialog eine hohe Reichweite aufgebaut werden kann.

“In Deutschland ist Twitter der am meisten von Unternehmen genutzte Social-Media-Kanal”  fasst eco-Geschäftsführer Harald Summa die Ausgangsituation zusammen. In der Studie werden die wichtigsten Kenngrößen ermittelt und verglichen. Am leichtesten messbar ist die Reichweite, da die Zahl der “Follower” (Abonnenten oder Fans) in Twitter direkt angezeigt wird. Hier liegt die Lufthansa mit großem Abstand vorne. Voraussetzung für eine hohe Attraktivität sind jedoch gute Inhalte. Um das zu messen, analysierten die Forscher drei Monate lang den Anteil der Nachrichten, die so interessant waren, dass sie von Twitternutzern an Bekannte weitergeleitet wurden. Die Attraktivität der Nachrichten ist der wirkungsvollste Hebel, um mehr Follower zu erhalten und damit die eigene Reichweite zu erhöhen.

Unternehmen wie Google, aber auch die Messe Frankfurt oder der Daimler News-Kanal beschränken sich auf die Bereitstellung relevanter Nachrichten in Twitter. Im Kern jedoch ist der Dienst ein Dialogmedium: Unternehmen wie der US-Kabelanbieter Comcast geben täglich etwa zwanzig differenzierte Antworten auf Kundenfragen. Otto, Ebay, Kodak und Vodafone sind in Deutschland die Vorreiter beim Einsatz von Twitter als Medium für den Kundendialog. Fast neunzig Prozent der Inhalte im Twitter-Account von Otto bestehen aus Antworten auf Fragen von Twitternutzern. Dahinter steckt ein Team von drei Personen, die zeitversetzt für die Kunden da sind. “Der direkte Dialog mit dem Kunden, Journalisten und Bloggern ist ein Kernelement des Markenaufbaus über soziale Netze” fasst Mirko Lange, Geschäftsführer von talkabout zusammen.

Ganz anders bei Google, Messe Frankfurt und Daimler. Hier werden – zum Teil automatisiert – Pressemeldungen in Twitter publiziert. Bei Google und Messe Frankfurt sind das nur etwa zwei Meldungen pro Woche. Damit ist die Chance hoch, dass diese Meldungen auch Aufmerksamkeit erhalten. Bei Daimler sind es jedoch täglich vier Meldungen. Auch die Bahn sendet vollautomatisierte Nachrichten. Täglich gibt es etwas fünf Verkehrsmeldungen. Diese werden auch weiterempfohlen. Plus dagegen hat ebenfalls einen recht leblosen Account ohne viel Dialog und mit reinen Produktmeldungen. Hier werden nur zwei Prozent der Meldungen weitergereicht. Hier spielt jedoch ein weiterer Faktor mit hinein: Die Qualität der Follower. Auch diese wurde in der Studie gezielt analysiert. Die reine Reichweite ist wertlos, wenn sich dahinter nicht auch wirkliche Fans des Unternehmens befinden.

Die aktivsten Follower haben Daimler, Kodak, Allianz und Otto. “Die Investition in den Kundendialog zahlt sich aus” schlussfolgert Schwarz. Kodak, Allianz und Otto sind nämlich wiederum die Unternehmen mit dem höchsten Anteil an dialogorientierten Twittermeldungen. In den USA ist Twitter schon weiter. Hundert mal mehr Sichtkontakte erreichen die großen US-Unternehmen im Vergleich zu den deutschen. Einen Download der Kurzversion der Studie gibt es unter absolit.de/Twitterstudie.

Quelle und Bezugsadresse: http://www.absolit.de/Twitterstudie

Nov 20

Aus dem Blog von Matt Cutts:
Automatic captions in YouTube

11/19/2009 08:30:00 AM

Since we first announced captions in Google Video and YouTube, we’ve introduced multiple caption tracks, improved search functionality and even automatic translation. Each of these features has had great personal significance to me, not only because I helped to design them, but also because I’m deaf. Today, I’m in Washington, D.C. to announce what I consider the most important and exciting milestone yet: machine-generated automatic captions.

Quelle: http://googleblog.blogspot.com/2009/11/automatic-captions-in-youtube.html

Sep 28

 In Russland ist die Suchmaschine Yandex daran, eine Dominanz aufzubauen, wie Sie Google in westlichen Ländern hat. Dank Konzentration auf die Eigenheiten der russischen Sprache hat es Yandex verstanden, Google und die lokalen Mitbewerber zu verdrängen.

Russland ist trotz Wirtschaftskrise immer noch ein attraktiver Markt mit grossen Chancen. Auch in Russland gilt: um gezielt an Kunden zu gelangen, muss man für die von den Kunden gesuchten Begriffen gefunden werden. Während aber in der westlichen Welt Google ständig Marktanteile dazugewinnt, hat die Suchmaschine in den vergangenen Monaten in Russland massiv Marktanteile eingebüsst. Lange sah es so aus, dass Google mit dem Marktführer Yandex aufschliessen kann und Google konnte bis zu einem Drittel der Suchenden erreichen. Nun ist Google aber wieder auf einen Marktanteil von 24 Prozent zurückgefallen. Was ist passiert?

Marktanteil Suchmaschinen in Russland
Marktanteile Suchmaschinen in Russland im September 2009 gemäss Liveinternet.ru

Google nahm bis im Herbst 2007 den zweiten Platz ein und kam Yandex bis Ende September 2008 am nahesten. Aber Yandex hat beschleunigt und lässt Google nun immer weiter hinter sich im Suchmaschinenanteil.

Die russische Wirtschaft ging im ersten Quartal 9,8 Prozent zurück. Doch trotz der Krise konnte Yandex ein enormes Wachstum verzeichnen.

Entwicklung des Suchvolumens in Russland
Entwicklung des Suchvolumens in Russland

Auch gemäss den Zahlen von Comscore wuchs das Suchvolumen von Yandex innerhalb eines Jahres um 94 Prozent (siehe auch Weltweite Suchanfragen um 41 Prozent gestiegen). Vermutlich hat auch die stärkere Förderung des Internet durch den russischen Staat eine Rolle beim Wachstum der Suchmaschinennutzung in Russland gespielt (siehe auch Russlands Präsident Medwedew macht Internet zur Chefsache).

Im Gegensatz zu Yandex musste die russische Suchmaschine Rambler, die früher den zweiten Platz der russischen Suchmaschinen innehatte, schwere Verluste verzeichnen. Experten führen die Ursache auf mangelnden Fokus der Suchmaschine auf den Markt. Rambler wurde sogar von Search.Mail.ru überholt, die von Yandex betrieben wird.

Auch andere Facetten verleihen Yandex einen festen Stand am russischen Markt. Das „Yandex Geld“ erleichtert den Russen Kaufabwicklungen im e-commerce Markt, indem es wie eine Bank für die Konsumentengelder funktioniert. So können Kunden auch ohne Kreditkarten online einkaufen, da diese in Russland weder populär noch angebracht sind. Weder Kreditkarten noch PayPal sind in Russland gute Zahlungsoptionen.

Dazu kommt noch, dass Yandex ein starkes Programm für inhaltsbezogene Anzeigen betreibt, und viele der populären Erweiterungen offeriert, die man von einer führenden Suchmaschine erwartet.

Yandex ist optimal auf die Besonderheiten der russischen Sprache ausgerichtet
Yandex war die erste Suchmaschine in Russland und hat eine tiefe Verbindung zur Sprache und Kultur. Sie steht finanziell auf gesunden Beinen und investiert in ihre eigene Zukunft. Yandex hat es verstanden eine Suchmaschine zu entwickeln, die optimal auf die Eigenheiten der russischen Sprache ausgerichtet ist.

Die russische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie, welche ein breites Sprachspektrum in Osteuropa umfasst: von Polen über Tschechien bis nach Serbien und Kroatien. Auch wenn die meisten nicht die kyrillischen Schreibform verwenden, entstehen die Schwierigkeiten durch den Formbestand und der Struktur dieser Sprachen. Diese ist anders als im englischen, welches für Suchmaschinen wie Google die Basis ist.

In der russischen Sprache existieren weder bestimmte noch unbestimmte Artikel (der/die/das, einer/eine/ein). Diese werden jeweils in den Wortendungen eingebaut. Artikel werden bei den Suchmaschinen als so genannte Stoppworte behandelt. Um diese Stoppwörter auf die russische Sprache anwenden zu können, muss man wissen, welche Buchstaben im Wort abgetrennt oder angepasst werden müssen. Dies wird durch die zum Teil endlosen Möglichkeiten ziemlich kompliziert. Zum Beispiel besitzt das russische Wort „Izvergatch“ 166 verschiedene grammatische Wortformen.

Schaut man in ein russisches Wörterbuch, dann wird einem schnell auffallen, dass es immer zwei russische Verben zu einem Wort gibt. Das eine drückt den vollendeten Aspekt und das andere den unvollendeten Aspekt aus. Es gibt noch weitere Aspekte, durch die ersichtlich wird, welche Komplikation die Adaption einer Suchmaschine auf andere Sprachen bedeutet. Yandex hat all diese Hindernisse überwunden und wächst in der Beliebtheit immer weiter.

Crossposting von http://news.worldsites-schweiz.ch/marktanteile-suchmaschinen-in-russland-yandex-verdraengt-alle.htm